DJI Osmo Mobile 3 Gimbal im Praxis-Test

Die Corona-Krise macht erfinderisch: Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein DJI Produkt zu testen, welches nicht fliegen kann: Die DJI Osmo Mobile 3, ein Kameragimbal für das Smartphone. 

Für welche Anwendungsbereiche braucht man ein Gimbal?

Als Drohnenpilot habe ich Kameragimbals längst schätzen gelernt: Gimbals sind – vereinfacht gesagt – kleine Gelenke, die Bewegungen und Erschütterungen ausgleichen und das Bild optisch stabilisieren. Mittlerweile filme ich auch viel häufiger vom Boden aus, sei es mit dem Handy oder mit einer Spiegelreflexkamera. Die Kamera wirklich still zu halten, fällt mir erstaunlich schwer. Vielleicht fehlt mir einfach die ruhige Hand, aber vor allem bei langen Kameraschwenks sieht man meine etwas zittrigen Bewegungen.

Einen altmodischen Camcorder benutzt ja heute niemand mehr, allerdings hatten diese Geräte den Vorteil, relativ schwer und gut in der Hand zu liegen und in der Regel über eingebaute Bildstabilisatoren zu verfügen. Handy und Digitalkameras sind viel leichter und kompakter, sind aber selten stabilisiert. Die DJI Osmo soll diesen Makel ausgleichen und für gleichmäßige, angenehme Bewegungen im Video sorgen.

Der Unterschied zwischen einer stabilisieren und einer nicht stabilisierten Aufnahme. Quelle: DJI.

Funktionen und Handhabung der Osmo Mobile 3

Ein großer Vorteil der Osmo 3 ist der Klappmechanismus, mit dem sich das Gimbal platzsparend in der Tasche transportieren lässt. Der Mechanismus schnappt satt auf und fühlt sich richtig stabil an. Das Gimbal selber wirkt auf mich im ersten Moment ziemlich billig durch das ganze Plastik. Allerdings ist es sauber verarbeitet und spart durch das Material unnötiges Gewicht. Der Griff ist gummiert und liegt gut in der Hand. Ingesamt bringt es das Gimbal auf 157 × 130 × 46 mm im gefalteten Zustand, bei einem Gewicht von 405 Gramm. 

DJI Osmo Mobile 3 in eingeklappten Zustand.

Per Joystick lässt sich die Kamera drehen und schwenken. Für Rechtshänder sind die Bedienelemente perfekt erreichbar. Der Schiebe-Schalter sitzt links und wird mit dem Daumen der rechten Hand bedient. Wer die Osmo in der linken Hand hält, kommt immer noch an den Schalter ran, kann aber den Griff nicht komplett umgreifen – allerdings empfehlt es sich ohnehin, auf das Zoomen eher zu verzichten, um die Bildqualität nicht zu verschlechtern.

Die Steuerung des Gimbal funktioniert sehr gut und intuitiv. Der Wechsel zwischen Hoch- und Querformat ist dank der “Quick Roll”-Funktion extrem einfach und funktioniert sogar während des Filmen, falls dies gewünscht ist. Ich rate euch davon ab, keiner mag Videos ansehen, bei denen die Bildausrichtung plötzlich ändert 🙂

Die Steuerungs-App DJI Mimo

Ganz wichtig für ein Smartphone-Gimbal ist die zugehörige App des Herstellers, mit der die Verbindung zum Telefon hergestellt wird. Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen, gerade unbekannte Hersteller liefern gerne mal völlig unausgereifte Apps voller Bugs aus, die einem zur Weißglut bringen können. Wenn wir ehrlich sind, hat sich da aber auch DJI in der Vergangenheit nicht immer mit Ruhm bekleckert.

Für die Osmo Mobile 3 gibt es eine extra App von DJI, die ihr unter dem Namen DJI Mimo findet. Mit dieser App könnt ihr das Gimbal mit eurem Smartphone verbinden, kalibrieren und steuern. Das Koppeln des Gimbals mit der App läuft über Bluetooth über zwei Klicks und muss nur einmal vorgenommen werden (pro Telefon).

Die Mimo App unterstützt „intelligente” Aufnahmefunktionen wie ActiveTrack, Hyperlapse und Motionlapse. Insbesondere das ActiveTrack funktioniert unglaublich gut. Die Anwendung ist simpel: einfach auf dem Bildschirm ein Kästchen über das Objekt „zeichnen“, das im Fokus bleiben soll, die App erledigt den Rest. Ihr könnt euch dann um das Objekt herum bewegen und das Gimbal kontrolliert die Ausrichtung auf das gewünschte Objekt. Klappt super, ausser bei sehr schnell rennenden Kindern oder Hunden. Es gibt zwar einen Sportmodus für das Gimbal, mit dem es sich deutlich schneller anpasst, allerdings muss man im Sportmodus auf die ActiveTrack Funktion verzichten.

DJI Osmo Mobile 3 in der Hand. Foto von DJI.

Für die Videoblogger unter uns, die sich gerne selber filmen: Die App unterstützt auch eine Gestensteuerung, d.h. ihr könnt die Kamera auf ein Stativ packen mittels einer Handbewegung ein Foto machen oder das Video starten, während das Gimbal eurer Bewegung folgt.

Die App Mimo könnt ihr hier für iOS herunterladen, und hier für Android.

Kompatibilität: Passende Smartphone für die DJI Osmo Mobile 3

Das DJI Gimbal kommt glücklicherweise ohne Hebel und Schrauben zur Befestigung aus, das Smartphone wird einfach in den Halterung eingespannt. Gemäss Produktblatt passen alle Smartphones zwischen 62-88 Millimeter Breite in die Halterung. Ich habe ein iPhone 11 Pro Max verwendet und das hielt bombenfest. Auch der Weitwinkelmodus war problemlos nutzbar.

Schwächen der DJI Osmo Mobile 3

Das Gesamtpaket der Osmo gefällt mir als iOS-Benutzer sehr gut. Was schade ist: Android User müssen auf einige Funktionen des Gimbals verzichten, darunter den Slow Motion-Modus oder das Filmen mit 60 fps. Wirklich tragisch es das aber nicht, den auch die Grundfunktionen des Gimbals sind wirklich nützlich. Vor allem iOS Benutzer dürfen sehr zufrieden mit der Osmo Mobile 3 sein.

Alternative Gimbals zur DJI Osmo

Die Konkurrenz schläft nicht: Auf dem Markt für kompakte Kameragimbals gibt es viel Auswahl. Bevor ich mich für die DJI Osmo entschieden habe, habe ich mir die GoPro Karma Grip und die Zhiyun Smooth 4 genauer angeschaut.

GoPro Karma Grip ist natürlich perfekt ausgelegt auf eine GoPro Kamera, die ich auch schon im Schrank liegen habe. Die Bildstabilisierung und Handhabung soll gemäss Testberichten sehr gut sein, zum Beispiel kann die GoPro direkt über das Gimbal angeschalten werden. Was für mich gegen den Kauf sprach, ist ganz klar der Preis: Mit etwas um die 270 € ist diese Gimbal beinahe 3x so teuer wie die DJI Lösung.

Die Zhiyun Smooth 4 kostet dagegen mit ca 129 € ungefähr gleichviel wie ein DJI Osmo Mobile 3 Package. Das Gimbal soll sehr gut in der Hand liegen und eine richtig gute Qualität haben. Die Bewertung sind insgesamt sehr positiv, auch wenn man da immer etwas skeptisch sein sollte bei einer eher unbekannten chinesischen Marke. Ich hab mich letztendlich gegen die Zhiyun entschieden, weil ich die Marke im Gegensatz zu DJI nicht kenne, und weil die Zhiyun Smooth 4 ausdrücklich nicht für das iPhone 11 Pro Max ausgelegt ist. Wäre die DJI Osmo nicht sofort verfügbar gewesen, hätte ich aber die Zhiyun ausprobiert.

Preis und Verfügbarkeit der DJI Osmo Mobile 3

Das Gimbal “pur” kostet 109 €, aber wie üblich bietet DJI auch ein Combo Package mit zusätzlichen Zubehör an. Ich hatte mich für die Combo für 119 € entschieden und dafür eine stabile Transportbox, ein kleines Stativ und ein Ladekabel und Armband erhalten. Für 10 € extra gibt es zudem ein Care Refresh Angebot, bei dem man maximal 2x ein Austauschgerät erhalt, wenn das Gimbal kaputt geht.

Der Lieferumfang des Osmo Combo Package. Foto von DJI.
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