Drohnen im Kampf gegen die Zika-Mücke

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat zusammen mit Partnerorganisationen erfolgreich einen Test durchgeführt, wie mit Hilfe von Drohnen die Verbreitung von Mücken bekämpft werden kann, die Krankheiten wie Zika und Dengue Fieber übertragen.

Die IAEA hat in Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Non-Profit-Organisation WeRobotics eine Technik entwickelt, die bei der Anwendung der Sterilen Insektentechnik (SIT) zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird. SIT ist eine Form der Verhütung für Insekten, bei der mit Strahlung männliche Moskitos unfruchtbar gemacht werden. Diese werden dann mit einer Drohne freigesetzt, um sich mit wilden Weibchen zu paaren. Da diese keine Nachkommen produzieren, nimmt die Insektenpopulation mit der Zeit ab.

WeRobotics verwendet eine DJI M600, die mit einem Moskito-Behälter erweitert wurde. Photo courtesy: WeRobotics

Gerade die Freisetzung der manipulierten Mücken stellte bisher ein Problem bei der SIT dar: Um wirkungsvoll zu sein, müssen die Mosquitos sehr gleichmäßig über eine sehr große Fläche ausgesetzt werden: der natürliche Aktionsradius einer solchen Mücke beträgt nur 100 m. Zudem brechen die Flügel und Beine der empfindlichen Insekten leicht, was bei dem Abwurf aus großer Höhe aus Flugzeugen zu hohen Verlusten führen würde. Bisher wurden die Insekten daher sehr zeit- und arbeitsintensiv am Boden ausgesetzt. Der Einsatz von Drohnen ist ein Durchbruch und ebnet den Weg für großflächige und kosteneffiziente Freisetzungen. Mit der Drohne können 20 Hektar Boden in nur 5 Minuten behandelt werden und die Kosten für das Verfahren halbieren sich. Für das Projekt wurde die DJI M600 umgebaut und mit einem Behälter für 50 000 Moskitos samt Release-Mechanismus ergänzt.

Brasilien plant, das das SIT mit Drohnen in ausgewählten städtischen und ländlichen Gebieten ab 2019 in der Moskito-Hochsaison einzusetzen. BIs dahin arbeitet WeRobotics zusammen mit ihrem lokalen Partner Moscamed Brazil weiter daran, das Gewicht der Drohne zu reduzieren und ihre Kapazität auf bis zu 150.000 Moskitos pro Flug zu erhöhen.

Mit der Ausbreitung der Zika Epidemie in Brasilien und Lateinamerika in den vergangenen Jahren wurde die Entwicklung von SIT zur Bekämpfung von Moskitos immer dringlicher. Im Rahmen ihres Programms für technische Zusammenarbeit unterstützt die IAEA die betroffenen Länder, die regionale Kapazität zur Anwendung von SIT gegen den Krankheitsüberträger zu erhöhen.

 

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