Parrots Angriff auf DJI: Die neue klappbare Drohne Anafi hat eine 21 MP Kamera

Lange Zeit war es still um den französischen Drohnenhersteller Parrot: Seit der Markteinführung des Bebop 2 vor zwei Jahren hat Parrot dem Marktführer DJI im Bereich “Prosumer” Kameradrohnen nichts mehr entgegengesetzt. Offensichtlich haben die Franzosen die Zeit gut genutzt und melden sich jetzt mit einer klappbaren 4K-Kameradrohne zurück. Das neue Modell Parrot Anafi ist ein direkter Angriff auf den DJI Mavic Air!

Foto credit: Parrot

Was gut gefällt: 21 MP Kamera und 4K HDR Videos

Und was muss eine aktuelle, kompakte Drohne liefern, um es mit DJI aufnehmen zu können? Eine richtig gute Kamera und State-of-the-Art Flugsteuerung! Die Parrot Anafi kommt mit einer 4K-Kamera mit einem 21 MP Sony Sensor (1/2.4’’ CMOS), die im Gegensatz zur Mavic-Kamera auch vertikal um 180 Grad gedreht werden kann. Laut Parrot ist die Anafi die erste Drohne, die 4K HDR Videos aufnehmen kann. DJIs Mavic Air kann 4K Fotos in HDR machen, aber keine Videos. Dafür kann die Air Videos mit 120 fps bei einer Auflösung von 1080p aufnehmen, während Parrot HD nur mit 60 fps aufnehmen kann. Parrot spendiert zudem einen 2-fachen Digitalzoom, der angeblich ohne Qualitätsverlust funktioniert, da die Kamera für Videos nicht die volle Auflösung des Bildsensors nutzt.

Die Anafi ist über USB-C aufladbar und schafft mit einer Akkuladung maximal 25 min Flugzeit. Die Höchstgeschwindigkeit im Sportmodus beträgt 55 km/h und eine Reichweite von 4 km (bei Verwendung der Fernsteuerung anstelle des Smartphones). Das sind ungefähr die gleichen Werte wie der Mavic Air. Die kleine Drohne soll Windgeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h stand halten – ich bin auf den Praxistest gespannt, schliesslich wiegt die Anafi nur 320 g.

Die Abmessungen betragen 244 x 67 x 65 mm (eingeklappt) und 175 x 240 x 65 mm im flugbereiten Zustand – damit ist die Anafi minimal größer als ein Mavic Air.

Was weniger gut gefällt:

Im Gegensatz zu den DJI Modellen hat Parrot darauf verzichtet, die Anafi mit einem Anti-Kollisionsystem auszurüsten. Es gibt lediglich einen Ultraschallsensor an der Unterseite, um den Abstand zum Boden zu messen. Parrot Piloten müssen also weiterhin selber aufpassen, nicht in Hindernisse zu fliegen. Um das mal in Relation zu setzen: selbst das 100 € -Model Tello von Ryze bzw. DJI hat ein Avoidance-System eingebaut!

Parrot spricht in der Produktbeschreibung zudem von einem 3-Achsen Gimbal, es ist anscheinend aber nur mechanisch in zwei Achsen stabilisiert und verwendet für die dritte Achse eine elektronische Bildstabilisierung. Die Mavic Air verfügt dagegen über eine mechanische 3-Achsen-Bildstabilisierung.

Parrot Anafi im eingeklappten Zustand. Foto credit: Parrot

Die Drohne wird mit Parrots neuer FreeFlight 6 Pilot App geflogen. Die App bietet vorprogrammierte Optionen für Drohnenselfies-, Zeitlupen-, Zeitraffer- und Landschaftsaufnahmen. Es gibt auch eine kostenpflichtige FollowMe-Funktion, mit der Personen und Autos verfolgt werde können und natürlich einer Art Mission Planning, mit der Wegpunkte gesetzt und abgeflogen werden. Nicht schlecht, aber auch da bietet DJI beim Mavic Air mit innovativen Flugszenen wie Asteroid und Boomerang einfach mehr.

Verkaufsstart für Anafi ist der 1. Juli 2018, sie ist bereits vorbestellbar für 700 €. Der Lieferumfang umfasst die Drohne, eine Fernsteuerung, ein Transport-Case, Lightning-, Micro-USB- und Typ-C-Kabel, die üblichen Ersatzrotoren und sogar eine MicroSDXC-Speicherkarte mit 16 GB.

Wer auf jeden Fall auf Hindernisserkennung verzichten kann und will, sollte den Verkaufsstart der Parrot Anafi mal abwarten. Je nach dem, wo sich der Strassenpreis einpendelt, kann die Drohne durchaus eine Alternative zu den DJI Modellen sein. Verglichen mit dem Listenpreis bietet der nur wenig teurere Mavic Air allerdings etwas mehr Technik.

Lieferumfang der Parrot Anafi. Foto credit: Parrot

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