Der DJI Mavic Air Testbericht – die neue Nr. 1 bei den kompakten Kameradrohnen?

Nach ziemlicher langer Wartezeit habe ich endlich den DJI Mavic Air erhalten. Längere Lieferfristen bei neuen Modellen sind bei DJI nichts Neues: auch beim DJI Mavic Pro musste man mehreren Wochen auf das Paket warten. Jetzt ist er aber da und macht schon beim Auspacken einen sehr guten Eindruck: Das neue Design ist wirklich sehr kompakt und die Drohne ist mit 430 g tatsächlich sehr leicht.

Wie schon beim grossen Bruder hat der Mavic Air einen durchdachten Klappmechanismus für die Ausleger, so dass er zu einem kompakten Quader ohne abstehende Elemente gefaltet werden kann. Im eingefalteten Zustand betragen die Abmessungen nur 168×83×49 mm (L×W×H). Damit wurde die Grösse auf die Dimensionen eines grossen Smartphones reduziert und der Multicopter passt wirklich problemlos in eine Tasche.

Für das neue Modell bietet DJI übrigens im Fly More Combo Paket auch eine qualitativ hochwertige, passende Tasche an, in die die Drohne samt Controller perfekt passt und vor Stössen geschützt ist.

Setup & Flugverhalten

Das erste Setup ist DJI typisch schnell erledigt, der Mavic Air lässt sich leicht aufklappen und der neue Mechanismus zum Entfernen des Gimbalschutz ist gut gelungen. Der kleine Multicopter hat 7 Sensoren (vorne, hinten, nach unten) bekommen, die Zusammenstösse mit Hindernissen verhindern sollen. Diese melden sich beim ersten kurzen Indoor-Test auch sofort, zahlreiche Warnungen erscheinen auf dem Display. Eine Warnung vorweg: An der Seite gibt es keine Sensoren, d.h. bei dem zahlreichen seitlichen Fliegen im Quick Shot Flugmodus muss der Pilot selber auf Hindernisse achten! Zudem funktioniert dieses Anti-Kollisionssystem nicht im Sport-Modus. Der normale Flugmodus erlaubt aber auch schon Fluggeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

Draussen scheint sich der Mavic Air wohler zu fühlen, die Steuerung ist leicht und die Drohne lässt sich mit dem Controller präzise kontrollieren. Die Flugstabilität ist trotz des geringen Gewichts ziemlich gut. Laut den Angaben des Herstellers sollen sogar Flüge bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 38 km/h möglich sein. Dann allerdings wird die maximale Flugzeit von 21 min garantiert nicht erreicht – diese gilt nur bei windstillen Verhältnissen. Da es aktuell bei meinen Flugtests nicht sonderlich windig war, verlinke ich euch hier ein Video, in dem ein Mavic Air wirklich gegen den Wind kämpfen muss:

Aufnahmequalität

Die Kamera verfügt über einen 1/2,3″ CMOS-Bildsensor, der 12 MP Fotos (inkl. einem neuen HDR Modus) oder 32 MP sphärische Panoramaaufnahmen aufnehmen kann. Das Objektiv hat einen einen Blendenbereich von f/2.8 und eine Brennweite von 24mm. Zudem kann in 4K Videos mit 30fps, 2.7K Video mit 60fps und Full HD Video mit 120fps gefilmt werden. Die Aufzeichnung kann mit einer schnellen Bitrate von 100 Mbit/s erfolgen, wodurch viel mehr Informationen in das Video gepackt werden können. Das Kamerasystem hat ein Sichtfeld von 85 Grad und wird von einem 3-Achsen-Gimbal für stabile Aufnahmen unterstützt. Die Aufnahmen werden auf entweder auf den internen 8 GB Speicher oder auf eine (nicht im Lieferumfang inbegriffene) MicroSD Karte gespeichert.

Mit den Aufnahmen der Kamera bin ich sehr zufrieden. Ich bin in unterschiedlichen Lichtsituationen geflogen (sonnig, bewölkt, indoor) und habe vor allem in 4K gefilmt. Die Aufnahmen sind meiner Einschätzung nach scharf, der Dynamikumfang ist gut und die Farben sind eher auf der knalligen, gesättigten Seite, was vielen Hobbyfilmern gefallen dürfte. Das dürfte auch die ideale Zielgruppe für den Mavic Air sein, den Profis könnten die manuellen Einstellungsoptionen sowohl bei Foto als auch Video vermissen: es gibt einen Automatik und einen manuellen Modus, die Belichtung kann aber nicht eigestellt werden. Entsprechend fehlt auch das praktische Drehrad für die Belichtungseinstellung am Controller des teueren Mavic Pro.

Preise

Der Mavic Air in den Farben Weiss, Schwarz und Rot erhältlich. Der Preis online beträgt aktuell 799 € (Listenpreis 849 €). Zum Lieferumfang der gehört ein Akku, eine Fernbedienung, ein Tragekoffer, 2×2 Propellerschützer und 4 Paar Propeller.

Auch für den Mavic Air gibt es wieder ein Fly More Combo Paket: Damit erhält man zusätzlich zwei Ersatzakkus, eine Tasche statt dem Tragekoffer, sechs statt vier Paar Propeller, einen Akku-zu-Power-Bank-Adapter und eine Akkuladestation.

Fazit:

Der Mavic Air ist kleiner und leichter als der DJI Mavic Pro und passt einfach in eine Tasche der einen Rucksack. Das macht die Drohne zum idealen Begleiter auf Reisen oder auf Wandertouren, wo jedes Gram zählt. Sie lässt sich sehr einfach fliegen und ist durch das moderne Anti-Kollisionsystem auch für Einsteiger gut geeignet. Der Akku ist eher knapp bemessen, in der Realität wird die Flugzeit eher bei 10-15 min liegen, ein zweiter Akku daher Pflicht. In der Klasse der kompakten Kameradrohnen dürfte der Mavic Air die neue Nummer 1 sein.

Zusammenfassung der Specs:

Gewicht: 430 g

Abmessungen: 168×83×49 mm (L×W×H)

Kamera: 4K Videos, 1/2,3″ CMOS-Bildsensor

Flugzeit: max. 21 min

Preis: 799 €

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