Fluglogbuch – reichen die automatischen Flight Logs in einer App?

Die Frage kommt immer wieder auf: Ist es notwendig, ein handschriftliches Logbuch für Flüge zu führen, wenn doch fast alle Mission Planning Apps die Flüge automatisch in einem Flight Log speichern? Ich habe mich dazu mit den verschiedenen Landesluftfahrtbehörden in Verbindung gesetzt und nachgefragt. Die Antworten hätten unterschiedlicher nicht sein können 🙂  Allerdings ist kurz darauf die Nachricht für Luftfahrer (Nfl) 1-1163-17 veröffentlicht worden, die gemeinsame Grundsätze für Flugbewillligungen und Ausnahmegenehmigungen regeln soll. In den Nebenauflagen finden sich endlich klare Vorgaben:

Das Führen eines Logbuchs ist eine Nebenauflage aus der Betriebserlaubnis und ist daher Pflicht für das Fliegen von Drohnen mit einem Gewicht ab 5 kg, aber auch bei leichteren Drohnen, wenn eine Ausnahmegenehmigung bzw. Flugerlaubnis eingeholt wurde.

Der Erlaubnisinhaber hat einen Nachweis (Aufzeichnungen über den jeweiligen Flugbetrieb) mit folgenden Angaben zu führen:

  • Name des Piloten,
  • Datum und Uhrzeit,
  • Einsatzort (mit genauen Angaben),
  • Bezeichnung des Gerätes,
  • Dauer des Einsatzes,
  • Anzahl von Starts und Landungen,
  • Gesamtflugzeit des Einsatzes,
  • Besonderheiten, Vorkommnisse, Betriebsstörungen

Die Aufzeichnungen sind zwei Jahren aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen.

Gemäß dieser Auflagen ist es zwar prinzipiell möglich, eine elektronische Aufzeichnung z.B. mit einer App zu führen, es gibt keine Auflage, dass die Logs handschriftlich auf Papier erfolgen müssen.

Allerdings sind die integrierten Flight Logs der gängigen Apps wie von DJI Go zumindest bisher nicht in der Lage, alle in der Bewilligung geforderten Angaben zu dokumentieren. Auch ist die Vorlage der Aufzeichnungen aus der App in der Praxis wohl kaum machbar mangels Export-/Speicherfunktion und der Manipulationsmöglichkeiten. Man müsste im Zweifelsfall wohl das Handy oder Tablet abgeben. Daher empfehle ich auch weiterhin ein physisches Logbuch zu führen. Es hat Vorteile, die Einträge schnell handschriftlich vornehmen und unabhängig von Akku und Internet dokumentieren zu können.

Wenn ihr eine lose Blättersammlung vermeiden wollt, könnt ihr ein Logbuch in gebundener Form für ein paar Euro zum Beispiel bei Amazon erwerben. Die meisten bisher erhältlichen Logbücher sind aber in einer einfachen Listenform mit sich wiederholenden Einträgen pro Flug. Für alle, die gerne eine Struktur nach Auftrag bzw. Flugprojekt anstelle einer einfachen Liste haben möchten, habe ich eine entsprechende Alternative erstellt: Flug Logbuch – Zur Dokumentation von Flügen mit Drohnen & Multicoptern

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